Kurz gesagt
- Es gibt drei Systemtypen: verarbeitungsfertig im Eimer, Zweikomponenten fertig eingefärbt und Zweikomponenten zum Selbst-Einfärben.
- Jeder Schritt auf der Baustelle – Abwiegen, Mischen, Pigmentieren – ist eine mögliche Fehlerquelle, vor allem für Farbunterschiede.
- Verarbeitungsfertig ist am einfachsten: öffnen, aufrühren, spachteln – ideal für Einsteiger und für jeden im Team.
- Zweikomponenten-Systeme haben ihre Berechtigung, etwa wenn eine besonders harte Oberfläche gefragt ist – dann aber exakt abwiegen.
- betonPure gibt es in beiden fertig eingefärbten Varianten: betonPure Mikrozement (verarbeitungsfertig) und betonPure 2K.
Die drei Systemtypen
Grob lassen sich Mikrozement-Systeme danach unterscheiden, wie viele Arbeitsschritte vor dem ersten Spachtelzug auf der Baustelle passieren:
Verarbeitungsfertig (einkomponentig)
Der Mikrozement kommt gebrauchsfertig und fertig eingefärbt im Eimer. Du öffnest ihn, rührst kurz auf und spachtelst los.
Zweikomponenten, fertig eingefärbt
Ein farbiges Pulver wird mit einer Flüssigkomponente (Resin bzw. Harz) angemischt. Die Farbe ist bereits im Pulver – du musst aber jede Mischung abwiegen.
Zweikomponenten, selbst einfärben
Ein neutrales Pulver wird mit Flüssigkomponente und Pigment angemischt. Hier liegen Dosierung und Farbton komplett beim Verarbeiter.
Vergleich auf einen Blick
| Verarbeitungsfertig | 2K, fertig eingefärbt | 2K, selbst einfärben | |
|---|---|---|---|
| Vor dem Spachteln | Aufrühren | Abwiegen und mischen | Abwiegen, pigmentieren, mischen |
| Farbe | Ab Werk | Ab Werk | Auf der Baustelle |
| Risiko Farbunterschiede | Gering | Gering, wenn exakt abgewogen | Höher – jede Mischung muss identisch sein |
| Werkzeug zusätzlich | – | Waage, Rührwerk | Waage, Rührwerk, genaue Pigmentdosierung |
| Einstieg | Sehr einfach | Mit etwas Sorgfalt gut machbar | Erfahrung empfohlen |
| Stärken | Schneller Start, kein Mischfehler | Besonders harte Oberfläche möglich | Freie Farbmischung |
Verarbeitungsfertig: die einfachste Lösung
Bei einem verarbeitungsfertigen System ist die Arbeit im Eimer schon erledigt: Mischungsverhältnis und Farbe kommen aus der Produktion. Das hat handfeste Vorteile:
- Kein Mischfehler: Es gibt kein Verhältnis, das man falsch treffen kann.
- Gleichmäßige Farbe: Jeder Eimer hat denselben Ton – auch wenn du über mehrere Tage arbeitest.
- Schneller Start: Keine Waage, kein Anrühren, keine Wartezeit vor dem ersten Spachtelzug.
- Für jeden im Team: Ob Heimwerker, Azubi oder erfahrener Verarbeiter – das Ergebnis hängt an der Spachteltechnik, nicht an der Rezeptur.
betonPure Mikrozement ist so ein System: verarbeitungsfertig im Eimer, fertig eingefärbt in 45 Standardfarben und rund 250 NCS-Tönen. Wer erst einmal üben will, startet mit dem Probier-Set für ca. 1 m².
Zweikomponenten: wann sich Anmischen lohnt
Zweikomponenten-Systeme sind nicht schlechter – sie sind anders. Durch die Reaktion von Pulver und Flüssigkomponente lassen sich besonders harte, widerstandsfähige Oberflächen erreichen. Das ist ein Argument für stark beanspruchte Böden und Treppen.
betonPure 2K ist ein solches System: Das Pulver ist bereits fertig eingefärbt und wird mit Resin angemischt. Die Oberfläche wird besonders hart – ideal für viel begangene Flächen.
Der wichtigste Punkt beim Anmischen: Die Komponenten werden immer abgewogen, nie nach Augenmaß oder grob nach Volumen gemischt. Weicht das Verhältnis von Mischung zu Mischung ab, entstehen Farbunterschiede auf der Fläche. Eine einfache Waage verhindert das zuverlässig.
Selbst einfärben: maximale Freiheit, maximale Verantwortung
Systeme, bei denen das Pigment erst auf der Baustelle zugegeben wird, bieten theoretisch jede Farbe. Dafür liegt die Farbgenauigkeit vollständig beim Verarbeiter:
- Jede Mischung braucht exakt dieselbe Pigmentmenge im exakt selben Verhältnis.
- Kleine Abweichungen fallen auf einer großen, fugenlosen Fläche auf – oft erst im Streiflicht, wenn alles fertig ist.
- Wird für eine Fläche mehr als eine Mischung gebraucht, ist das Risiko am größten.
Für erfahrene Verarbeiter mit eingespielten Abläufen kann das funktionieren. Wer einfach eine bestimmte Farbe möchte, ist mit fertig eingefärbtem Material sicherer – zumal es auch dort eine große Auswahl gibt: Bei betonPure Mikrozement sind es 45 Standardfarben und rund 250 NCS-Töne, bei betonPure 2K 32 Beton-Ciré-Farbtöne. Vorher Echtfarbmuster bestellen und unter dem Licht vor Ort ansehen.
Welches System passt zu wem?
| Du bist … | Empfehlung |
|---|---|
| Heimwerker, erstes Projekt | Verarbeitungsfertig – du konzentrierst dich ganz auf die Technik |
| Bad, Wand, Küchenrückwand | Verarbeitungsfertig |
| Stark beanspruchter Boden oder Treppe | Zweikomponenten fertig eingefärbt, z. B. betonPure 2K – exakt abwiegen |
| Handwerksbetrieb mit wechselnden Teams | Fertig eingefärbt – gleiche Farbe, egal wer mischt oder spachtelt |
| Sehr spezielle Sonderfarbe | Erst die NCS-Auswahl prüfen; selbst einfärben nur mit Erfahrung |
Mehr zu den Unterschieden der beiden betonPure-Systeme steht in den Anwendungs-Ratgebern, zum Beispiel Mikrozement-Boden und Mikrozement auf der Treppe. Welche Fehler du beim Anmischen und Verarbeiten vermeidest, liest du unter Häufige Fehler.
Häufige Fragen
Muss man Mikrozement anmischen?
Nicht unbedingt. Es gibt verarbeitungsfertigen Mikrozement im Eimer, der nur aufgerührt wird – zum Beispiel betonPure Mikrozement. Zweikomponenten-Systeme wie betonPure 2K werden dagegen aus Pulver und Flüssigkomponente angemischt.
Was ist der Unterschied zwischen 1K- und 2K-Mikrozement?
Einkomponentiger Mikrozement ist verarbeitungsfertig. Zweikomponentiger wird vor der Verarbeitung aus Pulver und Flüssigkomponente gemischt und kann eine besonders harte Oberfläche erreichen. Dafür müssen die Komponenten exakt abgewogen werden.
Warum entstehen beim Anmischen Farbunterschiede?
Weil das Mischungsverhältnis von Ansatz zu Ansatz abweicht – etwa wenn nach Augenmaß statt mit der Waage gemischt wird oder wenn Pigmente selbst dosiert werden. Exaktes Abwiegen und fertig eingefärbtes Material verhindern das.
Ist verarbeitungsfertiger Mikrozement für Anfänger besser?
Ja. Weil Mischungsverhältnis und Farbe aus der Produktion kommen, entfallen zwei typische Fehlerquellen. Du kannst dich ganz auf die Spachteltechnik konzentrieren.
Kann ich Mikrozement selbst einfärben?
Bei manchen Systemen ja, das erfordert aber sehr genaue Dosierung bei jeder Mischung. Einfacher und sicherer ist fertig eingefärbtes Material – betonPure Mikrozement gibt es in 45 Standardfarben und rund 250 NCS-Tönen.
Frage zu deinem Untergrund oder Aufbau? Technische Fragen beantwortet bei Beton Vivet ein Malermeister. Schick dein Anliegen am besten mit ein paar Fotos der Fläche – dann bekommst du eine Antwort, die zu deinem Projekt passt.
Frage an den MalermeisterFugenlos, direkt vom Hersteller
Das betonPure Mikrozement Komplett-Set enthält verarbeitungsfertigen Mikrozement in deiner Farbe, Porenfüller und Versiegelung für 5 m². Grundierung, Armierungsmörtel und Werkzeug gibt es passend dazu.