Mikrozement verarbeitungsfertig oder anmischen – was ist der Unterschied?

Mikrozement ist nicht gleich Mikrozement. Manche Systeme kommen fertig im Eimer, andere werden auf der Baustelle aus Pulver und Flüssigkeit angemischt, wieder andere musst du zusätzlich selbst einfärben. Jeder zusätzliche Schritt ist eine Chance für Fehler – kann aber auch Vorteile haben. Hier ist der sachliche Vergleich, damit du das passende System für dein Projekt findest.

Von Marco Bajerski, Beton Vivet – Hersteller von betonPure Mikrozement Aktualisiert 9 Min. Lesezeit
Offener Eimer betonPure Mikrozement mit der Aufschrift „Mach es einfach fugenlos“ auf einer Baustelle

Kurz gesagt

  • Es gibt drei Systemtypen: verarbeitungsfertig im Eimer, Zweikomponenten fertig eingefärbt und Zweikomponenten zum Selbst-Einfärben.
  • Jeder Schritt auf der Baustelle – Abwiegen, Mischen, Pigmentieren – ist eine mögliche Fehlerquelle, vor allem für Farbunterschiede.
  • Verarbeitungsfertig ist am einfachsten: öffnen, aufrühren, spachteln – ideal für Einsteiger und für jeden im Team.
  • Zweikomponenten-Systeme haben ihre Berechtigung, etwa wenn eine besonders harte Oberfläche gefragt ist – dann aber exakt abwiegen.
  • betonPure gibt es in beiden fertig eingefärbten Varianten: betonPure Mikrozement (verarbeitungsfertig) und betonPure 2K.

Die drei Systemtypen

Grob lassen sich Mikrozement-Systeme danach unterscheiden, wie viele Arbeitsschritte vor dem ersten Spachtelzug auf der Baustelle passieren:

  1. Verarbeitungsfertig (einkomponentig)

    Der Mikrozement kommt gebrauchsfertig und fertig eingefärbt im Eimer. Du öffnest ihn, rührst kurz auf und spachtelst los.

  2. Zweikomponenten, fertig eingefärbt

    Ein farbiges Pulver wird mit einer Flüssigkomponente (Resin bzw. Harz) angemischt. Die Farbe ist bereits im Pulver – du musst aber jede Mischung abwiegen.

  3. Zweikomponenten, selbst einfärben

    Ein neutrales Pulver wird mit Flüssigkomponente und Pigment angemischt. Hier liegen Dosierung und Farbton komplett beim Verarbeiter.

Vergleich auf einen Blick

Verarbeitungsfertig2K, fertig eingefärbt2K, selbst einfärben
Vor dem SpachtelnAufrührenAbwiegen und mischenAbwiegen, pigmentieren, mischen
FarbeAb WerkAb WerkAuf der Baustelle
Risiko FarbunterschiedeGeringGering, wenn exakt abgewogenHöher – jede Mischung muss identisch sein
Werkzeug zusätzlich–Waage, RührwerkWaage, Rührwerk, genaue Pigmentdosierung
EinstiegSehr einfachMit etwas Sorgfalt gut machbarErfahrung empfohlen
StärkenSchneller Start, kein MischfehlerBesonders harte Oberfläche möglichFreie Farbmischung

Verarbeitungsfertig: die einfachste Lösung

Bei einem verarbeitungsfertigen System ist die Arbeit im Eimer schon erledigt: Mischungsverhältnis und Farbe kommen aus der Produktion. Das hat handfeste Vorteile:

betonPure Mikrozement ist so ein System: verarbeitungsfertig im Eimer, fertig eingefärbt in 45 Standardfarben und rund 250 NCS-Tönen. Wer erst einmal üben will, startet mit dem Probier-Set für ca. 1 m².

Zweikomponenten: wann sich Anmischen lohnt

Zweikomponenten-Systeme sind nicht schlechter – sie sind anders. Durch die Reaktion von Pulver und Flüssigkomponente lassen sich besonders harte, widerstandsfähige Oberflächen erreichen. Das ist ein Argument für stark beanspruchte Böden und Treppen.

betonPure 2K ist ein solches System: Das Pulver ist bereits fertig eingefärbt und wird mit Resin angemischt. Die Oberfläche wird besonders hart – ideal für viel begangene Flächen.

Der wichtigste Punkt beim Anmischen: Die Komponenten werden immer abgewogen, nie nach Augenmaß oder grob nach Volumen gemischt. Weicht das Verhältnis von Mischung zu Mischung ab, entstehen Farbunterschiede auf der Fläche. Eine einfache Waage verhindert das zuverlässig.

Selbst einfärben: maximale Freiheit, maximale Verantwortung

Systeme, bei denen das Pigment erst auf der Baustelle zugegeben wird, bieten theoretisch jede Farbe. Dafür liegt die Farbgenauigkeit vollständig beim Verarbeiter:

Für erfahrene Verarbeiter mit eingespielten Abläufen kann das funktionieren. Wer einfach eine bestimmte Farbe möchte, ist mit fertig eingefärbtem Material sicherer – zumal es auch dort eine große Auswahl gibt: Bei betonPure Mikrozement sind es 45 Standardfarben und rund 250 NCS-Töne, bei betonPure 2K 32 Beton-Ciré-Farbtöne. Vorher Echtfarbmuster bestellen und unter dem Licht vor Ort ansehen.

Welches System passt zu wem?

Du bist …Empfehlung
Heimwerker, erstes ProjektVerarbeitungsfertig – du konzentrierst dich ganz auf die Technik
Bad, Wand, KüchenrückwandVerarbeitungsfertig
Stark beanspruchter Boden oder TreppeZweikomponenten fertig eingefärbt, z. B. betonPure 2K – exakt abwiegen
Handwerksbetrieb mit wechselnden TeamsFertig eingefärbt – gleiche Farbe, egal wer mischt oder spachtelt
Sehr spezielle SonderfarbeErst die NCS-Auswahl prüfen; selbst einfärben nur mit Erfahrung

Mehr zu den Unterschieden der beiden betonPure-Systeme steht in den Anwendungs-Ratgebern, zum Beispiel Mikrozement-Boden und Mikrozement auf der Treppe. Welche Fehler du beim Anmischen und Verarbeiten vermeidest, liest du unter Häufige Fehler.

Häufige Fragen

Muss man Mikrozement anmischen?

Nicht unbedingt. Es gibt verarbeitungsfertigen Mikrozement im Eimer, der nur aufgerührt wird – zum Beispiel betonPure Mikrozement. Zweikomponenten-Systeme wie betonPure 2K werden dagegen aus Pulver und Flüssigkomponente angemischt.

Was ist der Unterschied zwischen 1K- und 2K-Mikrozement?

Einkomponentiger Mikrozement ist verarbeitungsfertig. Zweikomponentiger wird vor der Verarbeitung aus Pulver und Flüssigkomponente gemischt und kann eine besonders harte Oberfläche erreichen. Dafür müssen die Komponenten exakt abgewogen werden.

Warum entstehen beim Anmischen Farbunterschiede?

Weil das Mischungsverhältnis von Ansatz zu Ansatz abweicht – etwa wenn nach Augenmaß statt mit der Waage gemischt wird oder wenn Pigmente selbst dosiert werden. Exaktes Abwiegen und fertig eingefärbtes Material verhindern das.

Ist verarbeitungsfertiger Mikrozement für Anfänger besser?

Ja. Weil Mischungsverhältnis und Farbe aus der Produktion kommen, entfallen zwei typische Fehlerquellen. Du kannst dich ganz auf die Spachteltechnik konzentrieren.

Kann ich Mikrozement selbst einfärben?

Bei manchen Systemen ja, das erfordert aber sehr genaue Dosierung bei jeder Mischung. Einfacher und sicherer ist fertig eingefärbtes Material – betonPure Mikrozement gibt es in 45 Standardfarben und rund 250 NCS-Tönen.

Frage zu deinem Untergrund oder Aufbau? Technische Fragen beantwortet bei Beton Vivet ein Malermeister. Schick dein Anliegen am besten mit ein paar Fotos der Fläche – dann bekommst du eine Antwort, die zu deinem Projekt passt.

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